Die Buslinie, welche ich täglich etwa vier mal benutze, wird momentan, also genauer gesagt immer noch, umgeleitet. Und diese provisorische Strecke ist ganz offensichtlich nicht wirklich stadtbuskompatibel, streift der Bus doch mindestens zehnmal pro Strecke irgendeinen Randstein, eine Mauer oder ältere Menschen.
Der Hauptknopf allerdings entsteht jeweils an der Ecke Segantinistrasse – Rheinstrasse. Denn bei dieser extrem unübersichtlichen 90°-Ecke (!) die der Busfahrer dort fahren muss, kreuzen sich dann noch jeweils die zwei auf dieser Linie verkehrenden Busse. Also riesiges Hinundher, vorsichtiges um die Ecke spähen kombiniert mit aprupten Bremsvorgängen und panischen Hausfrauen die mit ihren Familien-Vans 30er-Zone-Beruhigungs-Töggel und Gartenzäune hinauffahren vor Angst.
Jedenfalls entstehen dann da jeweils kurze Wartepausen, in welchen ich, ichüblich völlig apathisch-psychedelisch aus dem Fenster starre und meine Beobachtungen mache.
THE MALERS
SUPER-PIZZA
SBR
Neustes Bautechnikforschungsergebis: Die kumulierte Brems- und Beschleunigungskraft der Churer Stadtbusse könnte man problemlos benutzen um Schleuderbetonrohre zu erstellen. Und zwar äusserst hochwertige.
Und die herumfliegenden Senioren als Boden-Luft-Raketen. Und zwar äusserst effektive. Ernsthaft.
OUT OF OFFICE
Zwecks Schachtprotokoll der RhB-Linie nach von Peist nach Chur zu laufen, das heisst 14km über Gleisschotter und dabei ungefähr alle 20m einen Schacht einmessen, ist genauso scheisse wie es klingt. Wenn dann diese Schächte teilweise 4m tief und von Spinnenarmeen besiedelt sind, das Wetter anstatt wie angekündigt bewölkt und kühl sondern sengend heiss ist, man ein Messrädchen mitschleppen muss, dessen Erfinder man auf den Tragkomfort bezogen verprügeln sollte, von einem Sicherheitswärter begleitet wird, der einen gerade mal 3 Sekunden bevor man vom Zug überrollt wird vor selbigem warnt, man zu kleine Wanderschuhe trägt, man sturzbetrunkenen Jägern begegnet und weiss, dass nicht gerade wenige von denen in den Büschen lauern und mich in einer orange leuchtenden Warnweste durchaus für ein Reh halten könnten, dann…ja dann weiss man wieder wieso man im Büro arbeitet.
Aber das Schanfigg ist dennoch huren schön.
TITEL IST TITEL…
…sowohl vor- als auch rückwärts.
Christian Boner, der Churer Stadtpräsident, welcher ja irgendwie nichts anderes macht, als in jeglichen Zeitungen auf diversen Gruppenfotos zu posieren, gratuliert in der heutigen Ausgabe der Südostschweiz drei erfolgreichen Churer Sportlern zu ihren errungenen Titeln.
Da wird also der Schwimmerin Mia Baric gratuliert, der OL-Junioren-Vize-Weltmeister Philip Sauter geehrt und Max Knecht gewürdigt. Und der Max Knecht, ja dieser Max, der hats in sich. Der ist nämlich, und jetzt haltet euch fest, Rückwärtsberglauf-Vize-Weltmeister. Ha. Wie geil ist das denn? Man stelle sich das mal vor. Rückwärtsberglauf. Rück. Wärts. Berg. Lauf. Ich kann nicht mehr.
Auch von meiner Seite, Max, alles gute zu deinem Titel. Als Vize-Weltmeister. Im Rückwärtsberglauf. Gnihi.
DATENSCHUTZ
Mir persönlich kann man wahrlich keine Paranoia bezüglich Datenklau und ähnlichem unterstellen. Ich mache mir nichts vor und weiss, dass Vorratsdatenspeicherung schon lange betrieben wird. Sei es bei Grossverteilern wie Coop und Migros, bei Krankenkassen oder auch im Internet durch die bösen Datenkrakenmutter Google zum Beispiel.
Wenn man aber online oder auch klassisch per Post etwas aus einem Katalog bestellt, ist in dem selbigen oder eben auf den entsprechenden Homepages garantiert immer irgendwo erwähnt, dass die gespeicherten Daten nicht an Dritte weitergegeben werden. Und dies auch aus gutem Grund. Denn es ist illegal.
Wenn ich nun also einen persönlich adressierten Brief von der Südostschweiz erhalte, in dem sie mich in der Alpenstadt Chur willkommen heissen und mir gleichzeitig ein Probeabo anbieten und somit also ausdrücklich Werbung in eigener Sache machen, ist das eigentlich nicht weiter schlimm und, da sogar sie als Monopolzeitung gewinnorientiert handeln muss, absolut verständlich. Das Problem ist aber, dass ich der Südostschweiz nie meine Adresse angegeben habe. Ich hab mich dann mal bei denen telefonisch erkundigt und gefragt, woher sie denn meine Adresse haben und wurde dann von einer freundlichen Dame, meinem ersten Verdacht entsprechend, bestätigt: “Vom Einwohneramt der Stadt Chur, denks!” Aha. Stimmt. Logisch. Da kann ja jede Firma anklopfen und nach Werbeadressen verlangen. Wohl eher nicht. Warum also die SO?
Mir ist ja klar, dass die Südostschweiz die Adressen aller Churer Einwohner braucht, um ihren auf dubiose und äusserst mafiöse Weise verlängerten Monsterauftrag, nämlich den Druck und das Zustellen des Churer Amtsblattes, pflichtbewusst zu erfüllen. Aber die erhaltenen Adressen dann gleich zu Werbezwecken weiter zu gebrauchen ist eine absolute Frechheit wenn nicht sogar illegal.
Aber vielleicht irre ich mich auch gewaltig und reagiere über. Man möge mich aufklären.
MI CASA E MI CASA
Ab diesem Wochenende brauche ich vom Churer Ausgang nach Hause gleich lange wie ihr braucht um das Kleingeld für den Nachtbus hervor zu kramen.
Mehr dazu, zu gegebener Zeit.
ÄRGERLICH
Vor kurzem habe ich an die Südostschweiz einen Leserbrief geschickt, in welchem ich mich für Jugendliche und gegen die rigorose Schliessung von Parkanlagen, etc. ausspreche. Und nun nehmen 3 minderjährige verfickte Arschlöcher jeglichem Bestreben für ein verbessertes Ansehen der Jugendlichen den Wind aus den Segeln und fördern mit ihrer total verblödeten Tat die ohnehin schwer umstimmbare Stammtischpolemik.
Für Christian Boner hingegen kommen solche Ereignisse immer wie gerufen. Da hüpft er doch gleich auf den Überwachungszug auf und unterstützt die Idee der Stadtbus Chur AG, alle Busse mit Überwachungskameras auszustatten. Wirtschaftliches Denken kann man ja nicht per se verurteilen aber in diesem Falle wäre die etwas teurere Variante, nämlich ein paar ordentlich gebaute Securitas mit Oberarmen so breit wie ich gross, wirkungsvoller. Denn Kameras helfen vielleicht bei der Aufklärung. Aber sie verhindern solche Taten nicht.
ARSCHLÖCHER! Also die 3 Spatzenhirne. Nicht Boner und co.










































