
Momentan herrscht ja wirklich grauenhaft angenehmes Wetter. Wie ich finde. Ist natürlich Ansichtssache. Aber die nicht ganz zu heissen aber doch sehr sommerlichen Temperaturen passen mir gerade unheimlich gut ins Konzept. Morgens wenn ich aufstehe ist es bereits hell und auf unserem Balkon angenehm kühl und erfrischend. Ein Kaffee und eine Zigarette dazu. Grossartig. Selbst meine Pollenallergie hält sich trotz des sommerlichen Wetters in Grenzen. Wahrscheinlich ist es einfach zu trocken dafür. Oder zu warm. Oder Gräser und Birken und auf was ich sonst noch so alles reagiere, haben ihre Blütezeit bereits hinter sich. Keine Ahnung.
Grauenhaft angenehmes Wetter
Zentrifugalkräfte

Gestern fiel mir wieder einmal auf, wie wahnsinnig unruhig und unkomfortabel meine ungefähr sechsminütige Busfahrt zur Arbeit eigentlich ist. Selbst sitzend ist es äusserst schwierig ob den auftretenden Fliehkräften an Ort und Stelle zu bleiben. Aber stehend gleicht die Fahrt im Bus derer in einer Achterbahn und es ist gar gefährlich, sich nicht ständig irgendwo an einer Sitzlehne oder an einer Stange oder an einer fremden Hüfte festzuhalten und in ständiger Bereitschaft auf einen abrupten Halt zu sein. Denn wie mir scheint, tauchen Haltestellen in den Augen der Busfahrer urplötzlich aus dem Boden auf und zwingen diese innerhalb von fünf Metern von ungefähr Schallgeschwindigkeit zu völligem Stillstand. Und da der von der offensichtlich ziemlich weltfremden Geschäftsleitung vorgegebene Taktfahrplan für die diesbezüglich bemitleidenswerten Busfahrer fast unmöglich einzuhalten ist, beschleunigen sie nach dem Halt ähnlich abrupt wie der Bremsvorgang wieder auf die vorher angestrebte Schallgeschwindigkeit. So begrüsst man die erst vor wenigen Sekunden vorbeigeflogene, ältere Dame auf dem Rückflug erneut freundlich derweil man die aus den Kinderwägen geschüttelten Kleinkinder einsammelt und sie, zusammen mit einem Taschentuch, der jungen Mutter mit der frisch zertrümmerten Nase übergibt. Der enge Taktfahrplan hat aber nicht nur Auswirkungen auf die Haltevorgänge. In Kurven respektive den in Chur reichlich gesäten Kreiseln wird gnadenlos beschleunigt, wobei der Fahrer in seinem hydraulisch ausgleichenden Sitz von den auftretenden G-Kräften und den damit verbundenen reissenden Muskeln und Sehnen der sich ängstlich und krampfhaft festkrallenden Passagieren wenig mitbekommt. Denn der Innenspiegel dient lediglich dem Zuwerfen von verächtlichen Blicken beim Anschnauzen von gebrechlichen Senioren, die es wagen, nicht innerhalb von 2.3 Sekunden ausgestiegen zu sein.
Aber abgesehen davon, sind die Busse von der polnischen Firma Solaris ebenfalls schuld am unkomfortablen Reisen. Jede auch noch so geringe Temporegulierung wird mit einem extrem heftigen, automatischen Schalten beantwortet. Bei der vorhin erwähnten Reduktion der Geschwindigkeit schaltet der Automat also gefühlte siebenunddreissig mal runter, wobei jedes mal das Chassis ob dem heftigen Gestotter zu bersten scheint. Und dann schaltet er natürlich auch wieder rauf.
Jedenfalls. Heute Morgen habe ich aus wissenschaftlichen Gründen die Fahrt gefilmt um die beschriebene Zustände dokumentarisch festzuhalten. Die Kamera habe ich hierfür extra fest positioniert, da die Kamera, würde ich sie in den Händen halten, alle meine Bewegungen mitmachen und so den Effekt nicht wahrheitsgetreu wiedergeben würde.
Ich bin der Zweite links.
SCHNEERÄUMUNGSFAIL
Die Stadt Chur, respektive deren Schneeräumungsbrigade, war ja mit dem gestrigen Schneefall scheinbar ein wenig überfordert. Ist aber auch verständlich. Irgendwie. Wer rechnet schon Anfangs Dezember in einer Alpenstadt mit Schnee? Eine absolut Anomalie um diese Jahreszeit, gell.
Jedenfalls hatten die schlecht geräumten Strassen zur Folge, das mich mein Lieblings-ÖV-Unternehmen 35 Minuten im knietiefen Matsch warten liess. Was zur Folge hatte, dass ganze drei Verbindungen übersprungen wurden. Was zur Folge hatte, dass die sonst auf vier Linien verteilten Pendler in einem einzigen Bus Platz finden mussten. Was zur Folge hatte, dass der Busfahrer nach Kenntnisnahme der tokyotisch anmutenden Platzverhältnisse bei den folgenden Stationen trotz wartender Leute durchfuhr und auch nicht aussteigen liess. Was zur Folge hatte, dass ich erst vier Stationen nach der meinigen aussteigen konnte. Was wiederum zur Folge hatte, dass ich mit meinen profillosen Halbschuhen spontan in die nächste Migros schlitterte und dort an der Kasse einen alten Bekannten traf und ein bisschen plauderte. Was zur Folge hatte, dass ich das aus Frust gekaufte Videospiel zum halben Preis bekam. Was zur Folge hatte, dass ich breit grinsend durch den Matsch nach Hause schwomm um selbiges auszuprobieren. Das war dann aber so dermassen beschissen, dass ich es direkt wieder auf Exsila anbot und innerhalb einer Stunde zum doppelten Preis vertschutten konnte. Was jetzt zur Folge hat, dass ich auf einem noch nie erreichten Punktehoch bin. Was wiederum zur Folge hat, dass ich ob der gestern ausgebliebenen Schneeräumung nicht uhuren hässig bin.
Glück gehabt, ihr Schneeräumungsluschen.
THE MALERS
Die Buslinie, welche ich täglich etwa vier mal benutze, wird momentan, also genauer gesagt immer noch, umgeleitet. Und diese provisorische Strecke ist ganz offensichtlich nicht wirklich stadtbuskompatibel, streift der Bus doch mindestens zehnmal pro Strecke irgendeinen Randstein, eine Mauer oder ältere Menschen.
Der Hauptknopf allerdings entsteht jeweils an der Ecke Segantinistrasse – Rheinstrasse. Denn bei dieser extrem unübersichtlichen 90°-Ecke (!) die der Busfahrer dort fahren muss, kreuzen sich dann noch jeweils die zwei auf dieser Linie verkehrenden Busse. Also riesiges Hinundher, vorsichtiges um die Ecke spähen kombiniert mit aprupten Bremsvorgängen und panischen Hausfrauen die mit ihren Familien-Vans 30er-Zone-Beruhigungs-Töggel und Gartenzäune hinauffahren vor Angst.
Jedenfalls entstehen dann da jeweils kurze Wartepausen, in welchen ich, ichüblich völlig apathisch-psychedelisch aus dem Fenster starre und meine Beobachtungen mache.
KONDENSWASSER
Im hintersten Fenster, gleich neben den unheimlich engen, arthroseverursachenden, hintersten Sitzen im Bus vo Chur, hat sich, ganz zu meiner Belustigung, Kondenswasser im Zwischenraum der Zweifachverglasung angesammelt. Fast ein Fünftel der 1m hohen Scheibe ist gefüllt. Awesome. Und ich fand das so interessant, dass ich das ganze, unter Beobachtung stirnrunzelnder Sitznachbarn, gefilmt habe. Yay. Und zwar ganze 37 Sekunden lang. Wobei, wirklich over the top ist es dann erst bei Sekunde 35. Da macht der Bus nämlich so eine kleine, feine Bremsbewegung. Dann schwuppt das so hin und her. Wunderschön, sag ich euch, wunderschön.
Natur-Doku des Jahres nach dem Klick.
WEITER »
SBR
Neustes Bautechnikforschungsergebis: Die kumulierte Brems- und Beschleunigungskraft der Churer Stadtbusse könnte man problemlos benutzen um Schleuderbetonrohre zu erstellen. Und zwar äusserst hochwertige.
Und die herumfliegenden Senioren als Boden-Luft-Raketen. Und zwar äusserst effektive. Ernsthaft.
ANFORDERUNGSPROFIL
Sind Sie ein griesgrämiges, notorisch schlecht gelauntes Arschloch ohne jegliche Freude am Arbeiten? Ist Rücksicht für Sie ein Fremdwort und Freundlichkeit kennen Sie nur vom Hörensagen? Halten Sie Rückspiegel, Blinker und degressives Bremsen für unnötig und beschleunigen Sie trotz etlichen stehenden Passagieren in Kurven und Kreiseln so fest es geht? Reagieren Sie auf Fahrgastanfragen genervt bisweilen sogar bösartig und sind sich für eine giftige Bemerkung anstelle der gewünschten Antwort nicht zu schade?
Dann bewerben Sie sich jetzt als Chauffeur bei der Stadtbus Chur AG.
ÄRGERLICH
Vor kurzem habe ich an die Südostschweiz einen Leserbrief geschickt, in welchem ich mich für Jugendliche und gegen die rigorose Schliessung von Parkanlagen, etc. ausspreche. Und nun nehmen 3 minderjährige verfickte Arschlöcher jeglichem Bestreben für ein verbessertes Ansehen der Jugendlichen den Wind aus den Segeln und fördern mit ihrer total verblödeten Tat die ohnehin schwer umstimmbare Stammtischpolemik.
Für Christian Boner hingegen kommen solche Ereignisse immer wie gerufen. Da hüpft er doch gleich auf den Überwachungszug auf und unterstützt die Idee der Stadtbus Chur AG, alle Busse mit Überwachungskameras auszustatten. Wirtschaftliches Denken kann man ja nicht per se verurteilen aber in diesem Falle wäre die etwas teurere Variante, nämlich ein paar ordentlich gebaute Securitas mit Oberarmen so breit wie ich gross, wirkungsvoller. Denn Kameras helfen vielleicht bei der Aufklärung. Aber sie verhindern solche Taten nicht.
ARSCHLÖCHER! Also die 3 Spatzenhirne. Nicht Boner und co.







































