Sony BMG, Universal und andere sterbende Ungeheuer verteilen in der Blogger-Szene (vorallem in Deutschland) gerade enorm peinliche Rundumschläge in Form von teilweise mit Geldbussen garnierten Abmahnungen. Ohne zu beachten, dass viele von den abgemahnten Blogs eine gigantische Werbeplattform für die bei ihnen unterschriebenen Künstler sind, wird die ohnehin schon stark leidende Sympathie ihnen selbst gegenüber verspielt und mit Füssen getreten.
Ein wehmütiges Aufbäumen vor dem Tod, wie es scheint.
Konkret geht es darum, dass Blogs abgemahnt werden, die auf externe Seiten verlinken, auf welchen Gratis-Tracks angeboten werden. In der eindimensionalen Welt der ziemlich engstirnigen Labels, respektive deren wütenden, teils ohne Segen von oben handelnden Anwaltsbüros ist das Internet nicht international. Beispielsweise heisst das, ein Song, der in England angeboten wird, darf gemäss denen von einem deutschen Internetuser nicht heruntergeladen werden. Und aufgrund dessen werden Blogger aus Deutschland, welche auf selbigen Song hinweisen, abgemahnt.
Dieses kindliche Verhalten ist nicht nur peinlich, es ist tragisch. Denn Blogbetreiber mit eigener Domain werden abgemahnt. Bei solchen, die den Dienst eines Bloganbieters gebrauchen, wird direkt bei diesen angeklopft und die Sperrung verlangt und meistens auch erreicht. Denn wer will sich schon mit den Majors anlegen?
Nun unterschätzen die Labels aber den Einfluss von Blogs. Und zwar gewaltig. Was früher der Platten-/ CD-Laden war, welcher im Gegensatz zum Media Markt noch eine Beratung hatte, sind heute Blogs. Etliche Kaufentscheidungen werden heute, auch von mir, aufgrund Rezessionen im Netz getroffen. Das Netz nutzen statt es zu kontrollieren, dies bewerkstelligen die wenigsten. Dass die Labels das Internet als Gegner betrachten ist klar und auch verständlich, brachte es doch das böse Filesharing und weitere Übel hervor. Doch dieses jetzt mit juristischem Pipifax im Würgegriff zu halten, ist kontraproduktiv. Eine lange Leine wäre sinnvoller und für alle drei Seiten, sowohl Label und Musiker als auch Blogger, vorteilhafter und für letzteren unter Umständen sogar gewinnbringend.
Die ganzen Abmahnungen, Klagen und Sperrungen sind vergleichbar mit einer sich selbst verschlingenden Schlange. Das Label nimmt den Bands und so sich selbst ihren eigenen Nährboden. Die im Netz erreichbare Werbung ist gross, wenn nicht gigantisch. Blöd wer diese nicht nutzt. Noch viel blöder, wer sie unterbindet und zu töten versucht.
Dass Bands wie Radiohead oder Pearl Jam längst auf Labels pfeiffen und ihre Songs und Alben sowohl selbst produzieren, promoten und distributieren ist nur der Anfang und bald kein Privileg von finanzkräftigen Altmeistern mehr. Denn die Musiker und zahlreiche, kleine Indie-Labels haben das Internet längst für sich entdeckt und wissen mit diesem mächtigen Schwert umzugehen und sich gegen die grossen, in den 90er-Jahren stehengebliebenen Labels zur Wehr zu setzen.
Und, schmematisch betrachtet, ersetzt das Internet die Major Labels. Eins zu eins. Aber ohne die Macken.









































1 Kommentar
danke!