Ich schwanke. Ob bezüglich der Verhaftung von Roman Polanski nach all den Jahren aussgerechnet die Schweiz Initiative ergreifen musste, ist fraglich. Ob die Schweiz damit Punkte bei den Amerikanern landet, worum es hintergründig sehr wahrscheinlich geht, ebenfalls. Und dass eine solche Aktion ein politisches Nachspiel haben wird, ist zwar peinlich aber unumgänglich.
Der einzige Kommentar zu diesem Thema, der die nötige Nüchternheit besitzt, las ich heute überraschend von der Schweizer Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf, auf deren Anweisung respektive deren Gutheissen die Verhaftung stattgefunden hat. Nebst dem ätzend heuchlerisch-gespieltem Entsetzen seitens der Schweizer Filmschaffenden, welche das Wort Skandal gar nicht genug laut betonen können und sich um den nicht vorhandenen Ruf der Schweiz in der internationalen Filmszene sorgen, ist Widmer-Schlumpf die einzige, die meinen ersten Gedankengang, welcher zwar eindimensional aber eigentlich richtig ist, aussprach; wäre es ein Herr Müller gewesen, welcher sich 30 Jahre vor einem Gericht drückt, würde sich das Volk über die skandalös langsamen Mühlen der internationalen Justiz mokieren. So aber ist es “doch schon 30 Jahre her” und “schliesslich hat die ihm verziehen“.
Doppelmoral as its best.
Und scheisse mann, Wikipedia ist uhuren schnell: Festnahme in Zürich.








































3 Kommentare
Word @ heuchlerische Filmschaffende.
Siehe die Ochsenknecht Brüder, welche heute auf einem Bild zu sehen sind, auf welchem sie “Freiheit für Polanski” fordern.
Ist das Gros der Filmschaffenden folglich für eine Strafmildererung oder gar -nichtigung von Sexualstraftätern? Ich weiss es nicht. Rein faktisch ja! Und was sollen die Ochsenknechts schon gross an der Haftstrafe ändern können? Die sehen ja eh nur, dass einer ihrer Kollegen wider Willen festgehalten wird.
Ochsenknechts…aaaaargh…gerade auch entdeckt.
Gerade eingetroffener Leserbrief:
Welch’ gekünstelte, heuchlerische Aufregung einiger, meiner Ansicht nach Unwissenden, daher gefühllosen Gutmenschen auf das korrekte Vorgehen der Schweizer Justizbehörde in der Causa Roman Polanski, wegen eines ratifizierten Abkommen zwischen den USA und der Schweiz?
An all’ jene, die sich jetzt so sehr für Polanski einsetzen – den ich, was sein künstlerisches Schaffen betrifft auch schätze –, dürften, weil sie einer jüngeren Generation zuzuordnen sind, keinerlei Wissen über sein damaliges Vergehen haben, möchte ich dennoch die Frage stellen nämlich, wie i h r e Reaktion dazu ausfiele, wäre i h r e 13jährige Tochter von Polanski sexuell missbraucht worden? Seien wir deshalb doch froh, dankbar und beruhigt zu wissen, dass derlei Straftaten auch noch nach Jahren nachgegangen und gebüsst werden.