MINARETTE, NINJAS & RAKETEN

Cedes_Minarett
Ich komm ja sowieso nicht drum rum, auch was zum gestrigen Wahlergebnis zu sagen. Aber ich habe viel zu wenig Ahnung von Politik um etwas zu sagen, das ohnehin nicht schon überall gesagt wird. Alle stossen ins gleiche Horn und dreschen kluggeschissene Phrasen die nach der Abstimmung keine grosse Kunst mehr sind. Links hört man Schuldzuweisungen, Ausflüchte oder zu Wort gewordene Ratlosigkeit. Aus der Mitte Empörung und Vorwürfe gegen beide Seiten. Und Rechts logischerweise Gläserklirren, Schnupfdosenklappern oder auch lautes Schmatzen vom gegenseitigen  Schwänzelutschen. Wenige resümieren ehrlich. Was ja vielleicht dem Schock zu schulden ist. Aber selbst vor der Wahl war klar, wer an einem JA schuld wäre respektive nun halt ist: Der gesamte linke Block. (Sagt man das? Linker Block? Klingt gut, wie ich finde.)

Und da kommen wir zu einem Thema wovon ich ein bisschen mehr weiss als von Politik.


Nämlich die Werbung. Die Linken haben sowas von versagt. PRUTAL, impfal.

Eine gängige Regel: Wirbt Hans mit einer Titte, muss Fritz mit Penissen werben. Und zwar mit ZWEI Penissen. Selbst wenn er Penisse nicht mag. Er kann auch noch so oft sagen, wie doof er Hans‘ Titte findet. Kontern muss er auf jeden Fall. Und zwar mit den Penissen. Punkt.

Was machen die Linken angesichts der hervorragenden Kampagne der SVP? Sie jammern. Sie jammern, wie schlimm doch die SVP-Plakate sind und verschaffen ihnen so eine gewaltige Aufmerksamkeit. Damit nicht genug, denn die Linken, die habens echt drauf. Die haben nämlich sogar erreicht, dass vom Plakat und der damit proklamierten Parole der SVP in jeder gottverdammten Zeitung der Schweiz zu lesen war, bevor die auch nur eines davon aufgehängt haben. Ich meine Hallo? Seit ihr eigentlich alle bescheuert?

Einfacher Test: Sucht man auf der Bildersuche bei Google nach ‘Minarett Plakat‘, was ja noch keine Parole beinhaltet, sind die ersten paar Seiten mit JAs gefüllt. Ein Marketing-Overkill mit Minimalbudget. Schuld daran: Die gekünstelte Empörung.
Statt einer knallharten, mindfucking, ninjaplakatzerschmetternden Gegenkampagne (und Nein, Adbusting ist nicht wirksam. Lustig vielleicht, wirksam nein.) heult alles was nicht rechts ist. Und zwar intermedial und mit voller Lautstärke. Und was ist dabei zentraler Bestandteil: Das Plakat.

Aber jetzt mal langsam. Ist das so schlimm? Verfickt ja. Denn: Was macht ein Wahlplakat? Es transportiert lediglich ein JA oder ein NEIN und hat so enormen latenten Einfluss auf den Wähler. Ich bin überzeugt, dass tausende Wähler auf Grund von Plakaten wählen. Ohne Scheiss. Das aktuelle Plakat mit dem Ninja und den Raketen zum Beispiel ist unglaublich vielschichtig und sagt mit beeindruckend wenig Symbolik eine Menge und trifft den Nerv einer gewissen, leider sehr zahlreichen, Wählerschaft. Ein Teil dieser Wählerschaft ist aber, nunja, sehr leicht zu korumpieren. Und genau DA sollten die Linken ansetzen. Niemand würde es ihnen übel nehmen, wenn sie ähnliche Bauerfängerei betreiben würde, wie dies die SVP in absoluter Perfektion beherrscht. Sowieso wenn man sowohl Logik als auch Vernunft auf seiner Seite hat, wie dies bei der Ninjainitiative der Fall war.

Oh Mann. Das ganze wäre natürlich weniger schlimm, wäre es das erste Mal. Nein. Die machen das öfters. Ob Schafe, Raben oder Hände. Jedesmal den gleichen Fehler. Bravo.

Ich bin den Tränen nahe. Ehrlich.

    7 Kommentare

  • Simon

    Ist eigentlich schon erstaunlich, wie man mit relativ simplen Objekten hohe Politik führen kann.
    Ja ich weiss…alle Filz-Haar-Burschen denken jetzt: “Waaas hohe Politik? Nüüüüt!”
    Aber egal. Ninja-Raben und Raketen-Schafe sind cool!

  • DMN

    Nicht unbedingt cool, aber äusserst effektiv. In 20 Jahren dann, nach 20 Niederlagen reagieren die Linken dann. Vielleicht.

  • …priiis!

    äch, preach.

  • DMN

    @Tokyofist: Highlandsuck.

  • Das Landquarter Minarett :-)

    Schön, dass du den Abstimmungsausgang von der Seite der Werbung her beleuchtest. Ist nämlich nachvollziehbar wie’s soweit kommen konnte. Und Werbung ist sicherlich ein grosser Faktor von dem ganzen Komplex.

  • Wie wär’s wenn ich dem Beat ein Mail schreibe und ihn ersuche, dass wür den CEDES-Tower als Minarett einkleiden dürften?

    Das wär’ der Hit.

  • DMN

    @Marco: Jo wenn sogar Spreeblick (!) darüber berichtet, brauchts meinen Senf nicht mehr.

    @chef vodr ch: Usfüahra, Marsch!

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Rauf
Über
Damian

Der fastvierteljahrhundertjährige Damian ist alles andere als ein Internetkind erster Stunde, bewegt sich aber in Anbetracht dessen ausserordentlich agil durchs Netz.

Aus den knapp dreizehn Billiarden Websites die er gerne liest, filtert er zum Wohle der Menschheit das in seinen Augen beste heraus und präsentiert es, garniert mit seiner Meinung dazu, auf diesem Blog hier.

Dazu gehört vor allem alles Schöne. Von Graphic- über Web- bis hin zu Motiondesign, aber auch Kurzfilme, Videos und ‘klassische’ Kunst. Allgemein hegt er ein Faible für alles, was dem Betrachter ein “Woah” zu entlocken vermag.

Das zum einen. Zum anderen bloggt er gerne über lustiges Zeugs. Insbesondere in der von ihm als Neuzeit-Humor bezeichneten Kategorie Internet-Humor (Wait what).

Das zum anderen. Zum anderen anderen berichtet er zwischendurch auch über persönliches. Dazu zählt sowohl alles private, das er mitteilungswürdig findet (Stalkerfutter) als auch Zwischenbilanzen oder kurze Hinweise auf Projekte, die er, meist unter der Obhut von LUAGSH, abgeschlossen hat oder abschliessen wird (Luagshprojekte und Hausgemachtes).

Weitere Inhalte dieses Blogs sind natürlich auch noch Filme, über die Damian ein beträchtliches aber gerne unterschätztes weil hier nicht allzustark präsentiertes Wissen besitzt. Also Obacht.

Von Zeit zu Zeit und immer öfters sind hier auch Videospiele ein Thema, die schliesslich ein wichtiger Bestandteil von Damians Freizeit sind und allgemeinhin noch den völlig falschen Ruf haben, was er gerne ändern würde.

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