GRAUBÜNDISTAN

Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich hiermit, zwar lediglich in kleinem Massstab, das gleiche tue, was mich an der ganzen Debatte um das Minarett-Plakat der SVP so extrem nervt: Die gigantische, praktisch kostenlose Werbung für die SVP, welche auf so banalen Schemata wie Skandal, Provokation, usw. beruht. Jeder mit ein bisschen medialer Weitsicht muss sich ob dem Verhalten der SVP-Gegner an den Kopf fassen. Denn auch schlechte Publicity ist Publicity und einer Kampagne soviel Aufmerksamkeit zu schenken, bevor überhaupt ein Plakat steht, ist das Beste was dem Urheber der selbigen passieren kann. Das ist unbezahlbar.

Ich mache jetzt aber trotzdem das selbe.
PlakatMinarette (© by jsvp)
Dieses Plakat mag gerechtfertigt und angebracht erscheinen, wenn, ja wenn Schnupftabak die Gehirnmasse volumenmässig übertrifft. Die Junge SVP Prättigau/Davos festigt hiermit äusserst gekonnt ihren Status als provinzielle Dorfdeppen und Marionetten der “alten” SVP. Denn ich bezweifle stark, dass diese Idee ausschliesslich auf ihrem eigenen Mist gewachsen ist.
Jetzt mal abgesehen davon, dass dieses Plakat eine ästhetische Axt in mein Gesicht ist. Sagt mal gehts noch? Graubündistan? Man verzeihe mir die gängigen Klischees, aber welch unterbelichteter, subarufahrender, schnupftabakfressender HCD-Fan kam auf dieses glorreiche Wortkombination von Graubünden und, äh, was? Pakistan? Afghanistan? Oder einfach Islamistan, gell? Einfach die da unten, die bösen, die unser Land invadieren, nicht wahr? Ihr Affen.

Im Januar dieses Jahres las ich amüsiert über eure Gründungsveranstaltung, an welcher, so mutmasste ich, ein paar Knaben mit einem Gratisbier und einer Dose McChrystals (argh, diese Homepage) dazu überredet wurden, die SVP-Parolen der Grossen bei den Jungen schmackhaft zu machen. Als Dank durftet ihr dann, sichtlich stolz, ein paar scheinbar wichtige Hände schütteln und euch von der, äh, eurer Presse fotografieren lassen. Das waren damals natürlich nicht ganz ernst gemeinte Vorurteile meinerseits, welche ihr jetzt aber hiermit, fast schon herzig naiv, bestätigt.

Herzliche Gratulation, ihr seid jetzt so was von unten durch. Bei mir. Schlimm, gell?

    13 Kommentare

  • Läck. Das Plakat wär was für Photoshop-Disasters (http://photoshopdisasters.blogspot.com/) …

  • Simon

    Steht der Turm auf diesem Foto in Graubünden?

  • DMN

    Wohl kaum, sonst hätten sie keine Fotomontage machen müssen. Warum? Gefallen dir die Rundschal-Fertigelemente? :-)

  • Simon

    Ach so. Das ist eine Fotomontage. ;-)
    Nein, ich hatte nur gehofft, dass unser Kanton den ersten Schritt zur multikulturellen und polyreligiösen Zusammenarbeit als erster gewagt hat.
    Auf jeden Fall freue ich mich auf eine Spazierfahrt durch eine landschaftlich ästhetisch aufgewertete Schweiz. Ein Schololo auf die geilen Türme.

  • DMN

    Das ist dann ja auch Arbeit für dich. Wenn nicht im Hochbau, dann zumindest die Zufahrtswege für die Autos der Islamistaner die später dann als Autobomben (Ziel: christliche Kirchen) zweckentfremdet werden. *schnupf* *schololo*

  • Simon

    Du vergisst die Wirtschaftskrise, welche unsere islaminatischen Freunde dazu zwingt, ihre Geschenke per Esel zu überbringen.

  • Endlich mal wieder ein richtig lässiger Eintrag in alter damian’scher Manier!

  • Simon

    @Marco: Wobei ich schon gerne wiedermal ein sachliches Interview mit dem sonnenbrillenbebrillten Grössenwahn-Wüterich aus Lybinesien lesen würde.

  • HAHAHAHA, den Vize-Präsi und den Kassier der jsvp kenne ich noch aus meiner Gymi-Zeit.. LACH

    Habe irgendwo (glaube im Prättigauer&Herrschäftler?) gelesen das es eine Podiumsdiskussion zur Minarett-Initiative geben wird, wäre doch lushtig dort Ninja-Style reinzuschleichen und ein paar luschtige Plakate aufzuhängen?

    Und zu McCrystals – das Ding hier wird Trend! http://bit.ly/3JwjmA

  • DMN

    Ninja-Style…yay!

    Diese Podiumsdiskussion wäre, jetzt ernsthaft, wirklich interessant.

  • Shit, die Diskussion war am 20.10. in Küblis, wie ich gerade rausgefunden habe.

  • DMN

    Jop, leider. War sogar was in der Zeitung heute.

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Rauf
Über
Damian

Der fastvierteljahrhundertjährige Damian ist alles andere als ein Internetkind erster Stunde, bewegt sich aber in Anbetracht dessen ausserordentlich agil durchs Netz.

Aus den knapp dreizehn Billiarden Websites die er gerne liest, filtert er zum Wohle der Menschheit das in seinen Augen beste heraus und präsentiert es, garniert mit seiner Meinung dazu, auf diesem Blog hier.

Dazu gehört vor allem alles Schöne. Von Graphic- über Web- bis hin zu Motiondesign, aber auch Kurzfilme, Videos und ‘klassische’ Kunst. Allgemein hegt er ein Faible für alles, was dem Betrachter ein “Woah” zu entlocken vermag.

Das zum einen. Zum anderen bloggt er gerne über lustiges Zeugs. Insbesondere in der von ihm als Neuzeit-Humor bezeichneten Kategorie Internet-Humor (Wait what).

Das zum anderen. Zum anderen anderen berichtet er zwischendurch auch über persönliches. Dazu zählt sowohl alles private, das er mitteilungswürdig findet (Stalkerfutter) als auch Zwischenbilanzen oder kurze Hinweise auf Projekte, die er, meist unter der Obhut von LUAGSH, abgeschlossen hat oder abschliessen wird (Luagshprojekte und Hausgemachtes).

Weitere Inhalte dieses Blogs sind natürlich auch noch Filme, über die Damian ein beträchtliches aber gerne unterschätztes weil hier nicht allzustark präsentiertes Wissen besitzt. Also Obacht.

Von Zeit zu Zeit und immer öfters sind hier auch Videospiele ein Thema, die schliesslich ein wichtiger Bestandteil von Damians Freizeit sind und allgemeinhin noch den völlig falschen Ruf haben, was er gerne ändern würde.

Vorschläge für Artikel und Kritik nimmt Damian gerne entgegen: Per elektronischer Post. Per Twitter. Per Facebook. Per Google+.

Und: Für alle hier veröffentlichten Fotos und Videos und ähnlichem Zeugs, dass ich selber gemacht habe (!), habe ich das alleinige Herrschafts-Diktatoren-Recht-Tyrannei-Dingsbums. Also Copyright und so. Ihr wisst schon. Aber selbstverständlich darf man mich gerne fragen, ob man etwas weiterverwenden darf. Ich sag ja dann ohnehin ja. Meistens. Man kann es aber auch einfach nehmen, ohne zu fragen, solange es irgendwo ein Vermerk auf mich und meine Seite gibt. For the Fame, you know.

Rauf
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