
Bücher sind für mich leider selten mehr als Einschlafhilfen. Mit ‘selten’ meine ich, dass etwa jedes vierte mehr als das ist. So logischerweise alles von Kracht, dessen Werke ich langsam durch habe, was mir übrigens ein bisschen Kummer bereitet, und kürzlich auch noch Dan Browns “Das verlorene Symbol”, welches einfach unverschämt spannend ist und so eher wach hält, denn schlafen lässt. Ebenfalls mehr als blosse Narkotisierhilfe war für mich auch das hier von Annika empfohlene “Und im Zweifel für dich selbst” von Elisabeth Rank (das ist übrigens auch die Erfinderin der Shirt-Sache).
Jedenfalls. Meine Mutter hat mir nun kürzlich von “Die Wand” erzählt und mir selbiges dann auch ausgeliehen. Und da es mich jetzt schon mehrmals meinen iMac/Playstation/XBox/Stabmixer verfrüht ausschalten liess und aus den geplanten 30 Minuten lesen 120 wurden, gehört es folglich definitiv nicht zu den Einschlafhilfen.
Ein fantastisches Buch. Liest sich wie allermodernste Pop-Literatur und ist somit genau mein Ding. Und da ich sehr talentfrei bezüglich spoilerlosem Synopsenschreiben bin, hier jene von Orell Füssli:
Eine Frau will mit ihrer Kusine und deren Mann ein paar Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen. Nach der Ankunft unternimmt das Paar noch einen Gang ins nächste Dorf und kehrt nicht mehr zurück. Am nächsten Morgen stößt die Frau auf eine unüberwindbare Wand, hinter der Totenstarre herrscht. Abgeschlossen von der übrigen Welt, richtet sie sich inmittten ihres engumgrenzten Stücks Natur und umgeben von einigen zugelaufenen Tieren aufs Überleben ein.
Die Geschichte liesse sich ohne viel Zusätze in einen Horrorroman umwandeln. Und in seiner streckenweise durchaus sehr beklemmenden Art ist er auch einer. Nur komplett anders geschrieben. Grossartig geschrieben. Mit einer ähnlichen trockenen aber extrem detailverliebten und umschreibungstechnisch genialen Nüchternheit wie dies Kracht in “Faserland” tut erzählt die 1920 in Österreich geborene Autorin Marlen Haushofer in der Ich-Form die Erlebnisse der namenlosen Hauptfigur mit einer solchen Dynamik, dass mir, wie gesagt, das Weglegen schwer fällt.
Ein sehr empfehlenswertes Buch. Kann man hier kaufen. Oder hier. Oder von meinem Mami ausleihen.
Und, ein kleiner Authentizitätsbonus: Das Buch ist, zumindest in der mir vorliegenden Ausgabe, in dieser hübsch ausfransenden Maschinenschrift geschrieben. Sehr schön.









































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:-)