Crysis 2 – Review


Gestern habe ich Crysis 2 gespielt und Season of the Witch gesehen. Ersteres ist mitunter das beste seit langem und letzteres mitunter das dümmste seit langem und darum werde ich auch keine weiteren Worte darüber verlieren. Aber Crysis 2…huiuiui…

Crysis 2 bietet exakt das, was mir an einem Spiel gefällt. Das Setting, ein verlassenens und nach und nach immer zerstörteres New York ist gigantisch und mittels der überaus mächtigen CryEngine sieht das ganze auch noch fantastisch aus. Also ich mein jetzt nicht fantastisch im Sinne von “Naja schon ganz hübsch-Fantastisch”. Ich meine fantastisch im Sinne von “Ich werde ständig von Gegnern überrascht weil ich mit offenem Mund durch die Levels laufe und Einkaufswagen ins Wasser werfe oder Möwen vom Himmel schiesse und dann raus ins Meer schwimme um zu sehen ob die da gelandet sind und ich renne ständig bei Bäumen hin und her weil da das Sonnenlicht so unheimlich realistisch durch die Blätter scheint-Fantastisch”. Genau so.
Hingegen ist die Story wesentlich weniger fantastisch. Zwar okay, allerdings definitiv kein Meisterwerk, was bei einem Spiel in gewisser Weise aber auch verschmerzbar ist. An manchen Stellen erinnert es stark an Halo um dann urplötzlich wieder Anleihen an Half Life 2 zu zeigen. Und beiden Parallelen sind sowohl von der Story als auch von der Optik und der Atmosphäre her. Was wiederum sehr gut ist. Wenn unheimlich dröhnende Landungsschiffe die überaus schick designten Aliens runterwirft und man dann zusammen mit ein paar Marines die Stellung halten muss erinnert das schon sehr stark an Halo. Und wenn man dann wiederum feindliche Soldaten in überaus spektakulären Häuserkämpfen auf verlassenen Strassen und in halb zerstörten Gebäuden bekämpft, hat das sehr stark was von den Kampf gegen die Combines aus Half Life 2. Alles in allem muss man sich das also mal vorstellen: Eine Kombination von Halo und Half Life 2 mit vielen eigenständigen Ideen und einer Optik die einen konstant aus den Schuhen haut. Klingt doch gut.

Dazu kommt der Nanosuite. Im Gegensatz zu anderen Action-Spielen, in denen man als Hauptprotagonist einen Super-Anzug trägt, hat man in Crysis 2 tatsächlich etwas davon. Wenn man sich im Tarnmodus unsichtbar an Gegner schleicht und ihnen freundlich das Genick bricht oder aus 100 Metern runterspringt und im Flug die Panzerung aktiviert oder aus dem Stand fünf Meter hoch auf ein Dach in Deckung springt, weiss man, wieso der Anzug mehrere Milliarden Dollar gekostet hat und relativiert zudem die in anderen Spielen eigentlich unlogische Tatsache, dass man als einziger ALLES überlebt während reihenweise genau gleich ausgebildete Kumpels nach und nach das Zeitliche segnen. Insbesondere schätzt man den Anzug, wenn man in der Mitte des Spiels während einer halbinteraktiven Cutscene erfährt, dass man etliche gebrochenen Knochen, Lungenrisse und andere Organschäden hat, also faktisch tot ist, und nur aufgrund der Symbiose von Anzug und sich selbst, noch lebt. Coole Idee, willkommene Dramatik.

Ebenfalls herausragend, und für mich jeweils mitunter ein Killer-Kriterium, ist der Sound. Musikalisch findet man selbstverständlich Anleihen an diverse  epochale Blockbuster wie The Rock, Transformers und ähnliches. Aber überraschenderweise hat sich der Komponist, ein mehr oder weniger unbekannter Typ namens Hans Zimmer, auch, wie mir scheint, an Dany Bolyes 28 Days Later orientiert und streckenweise extrem eindringliche und sich in ihrer Dramatik stets steigernde Musikstücke geschaffen.
Das Soundambiente abseits der Musik ist ebenfalls mehr als gelungen. Die Schüsse klingen nach mächtigen Schüssen, die Explosionen sind wuchtig und die Aliens kreischen und nuscheln bedrohlich. Zudem trägt der dezent gehaltene Hall, der ob den fehlenden, schallschluckenden Menschen in den leeren Strassenschluchten bestimmt auch in der Realität der Fall wäre, gekonnt zur Einsamkeit bei. Selbst das Nachladen der Waffe wirkt so in den ruhigen Gefechtspausen bedrohlich und lässt die Stadt noch grösser, die Häuser noch höher, die Lage noch verzweifelter wirken.

Abschliessend: Crysis 2 ist der Egoshooter, auf den ich gewartet habe. Nämlich einer, der, zumindest was die Kampagne anbelangt, ebenbürtig mit Call of Duty ist und für mich persönlich sogar die neue Shooter-Referenz. Und das will was heissen. Bei mir. Dem anspruchslosen Ahnungslosen.

Also, allen die auf wirklich spektakuläre Action aus sind, sei dieses Spiel wärmstens empfohlen.

Und hier noch der Launch-Trailer. Und ein kleines Gameplay-Dings. Und das Nano-Suite-Video.

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    18 Kommentare

  • den release hab’ ich irgendwie total verschlafen :-|
    hmmmm, killzone2/3 fertig machen und dann ausflug in die gameabteilung oder gleich ab in den mediamarkt :-\

    danke füra review!

  • @m@nu: Der Release war gestern, von dem her… :-) Das Review aber bitte nicht zu ernst nehmen, denn ich bin ja noch nicht mal ganz durch. :-)

    Killzone 3 fand ich auch ziemlich cool. Das habe ich mit dem Moreno im KoOp durchgespielt. Sehr spassig.

  • Andreas

    der killzone 3 – koop war sehr schlampig umgesetzt, fand ich. sonst sehr geiles spiel.

    und damian: wieso musst du sowas schreiben? ha?
    wollte, nachdem mich crysis sehr enttäuscht hatte, einen bogen um den nachfolger machen. sogar das gute gamestar-review konnte mich nicht umstimmen.. aber wenn jemand, dessen game-geschmack scheinbar ziemlich deckungsgleich mit meinem ist sowas schreibt, muss ich das ja fast auch spielen..
    und wehe dir ich werde enttäuscht! ;)

  • @Andreas: ha, dich wollte ich gerade zitieren als ich “killzone 3″ und “coop” gelesen hatte ;)

    und: dito. war vom ersten crysis auch nicht so begeistert. aber wenn das gameplay jetzt besser zu stimmen scheint (und das kann man meistens ja schon nach den ersten paar minuten sagen; analog zu killzone 3 und dem lässigen in-deckung-rutschen), dann sollte man dem sequel glaube ich schon ne chance geben.

    achso, und ja, genau: wehe wenns’mr nit gfallt :-P

  • Till

    Mein grösster Kritikpunkt am Spiel ist die völlig bescheuerte Handlung – im Hinblick auf den Vorgänger: Wo man dort noch von vereisenden Super-Schwabbelviechern angegriffen wird, sind die Gegner aus dem 2ten Teil plötzlich Kraken in Megaultragigateratitan-Anzügen. Schwachsinnig. Wäre aber verschmerzbar, wenn man nicht die gleichen Charaktere (Prophet) benutzt hätte. Ausserdem ist es unlogisch, dass Prophet der einzige mit sonem Nanosuit ist, wo doch das Team in Crysis 1 aus anfangs 5 (?) Nano-Suitlern bestand.
    Blöde Story.
    Aber sonst? PEWPEWPEW!
    Übrigens bin ich zutiefst enttäuscht von dir, DMN, weil du keine meiner 2 Einladungen für den Multiplayer angenommen hast. Schnief.

  • Ich bin ja für gewöhnlich kein großer Fan der Ego-Shooter, aber auf “Crysis 2″ freue ich mich auch schon tierisch. Und da ich ja mit Dead Space 2 fertig bin, wäre das ja ein nettes Spiel zum einfach weiter zocken ;)

  • Ich hab es allen ernstes VERGESSEN mir heute zu holen. So langsam wirds Zeit für ne Lobotomie. Dann halt morgen *sabber*

  • Also prinzipiell: Gewichtet mein Review nicht zu stark. Insbesondere Vergleiche mit dem ersten Teil….ich kenne den nicht. Was scheinbar gut ist.

    @Till: Was Einladungen? In Crysis? Hab ich nie was erhalten…

  • @Damian: also ich kann dein review hier voll und ganz bestätigen. hab’ heute die ersten paar kapitel gespielt und war feuer und flamme.
    crytek hat es geschafft, eine stimmige atmosphäre mit stimmigem gameplay auf die beine zu stellen.
    der anzug ist nicht mehr ein fremdkörper wie im ersten teil, sondern gehört zum spiel-alltag. da muss nicht mehr lästig explizit gesagt werden: “ich schalt jetzt in den modus, denn ich möchte nachher springen”. nein, man springt einfach und es passt.
    ich muss jedoch auch kritik anbringen: eine hauptfigur die stumm bleibt? areale die parout nicht begehbar sind? situationen in denen ich zuerst einen bestimmten weg gehen muss, damit ich die sniper auf dem hausdach gegenüber runterholen darf? geht gar nicht, stört die atmosphäre und überhaupt.

    hinter der nächsten ecke passiert aber schonwieder soviel geskriptetes zeugs, und die grafik strahlt so schön; da übersieht man solch’ altbewährte designschnitzer gerne :)

    dem andreas hats überigens auch gefallen… nimmt mich wunder, ob er wirklich warten mag, bis ich mit dem solo-teil durch bin ;)

  • Andreas

    mag er ;)

  • @m@nu: Also die stumme Hauptfigur ein Kritikpunkt? Das ist das beste überhaupt. Back to the Roots (aka Half Life). Ich hasse es, wenn in einem Shooter die Hauptfigur quasselt. In Black Ops beispielsweise schnallt man erst gar nicht wer denn jetzt überhaupt spricht…bäh.

  • @Damian: ich war einfach ein wenig schockiert, nachdem ich von der atmosphäre eingelullt (die idee, während einem skriptereignis per tastendruck immer auf das geschehen fokusiert zu bleiben halte ich übrigens für genial) mich urplötzlich wieder in einem spiel befand, welches mir klare grenzen setzt.

    mir geht es übrigens um die szene in goulds apartment… die mit dem tintenfisch :) da wollt’ ich halt das aquarium von allen seiten bestaunen… und das ging nicht :-P

    btw. hast du den multiplayer schon mal versucht?

  • @m@nu: DER TINTENFISCH…hach…was hab ich den beglotzt. :-)

    Nope, noch nicht ausprobiert. Du?

  • @Damian: hach ja, der tintenfisch…

    nee… der andreas will sich das crysis 2 ja nicht selber kaufen :’-(
    hast du mal lust auszutesten?

  • @m@nu: Jo, klar. Aber wie? Gemiensam online? Hast du es auf der XBox? Ich nämlich schon.

  • @Damian: neena, dann wirds nix… ich spiel’s auf der ps3 :)

  • Andreas

    @beide: tintenfisch.. ihr seid doch pervers!
    @Damian: xbox.. du bist doch pervers!
    @m@nu: ts.. eifach.. pervers halt.. impfall! mach mol das game fertig!

    *sittin’ in da corner – waiting*

  • Ähhh….was? Ich glaube mein Gehirn hat gerade ausgesetzt….ich habe das gefühl, ich habe gerade etwas so episches gesehen, dass mein Gedächnis das blockiert…..*blubl

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Rauf
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Zum Mensch

Der fastvierteljahrhundertjährige Damian ist ausserordentlich gerne im Internet unterwegs, obschon er alles andere als ein Internetkind erster Stunde ist sondern während seiner Kindheit lieber Bäume gefällt hat und von Stalldächern in Tiefschnee gesprungen ist. Sein beruflicher Werdegang beinhaltet eine technische Ausbildung in der Baubranche, welche rückblickend aber eher eine Selbstfindungsphase war, ihm aber ein sehr ausgeprägtes wirtschaftliches Verständnis auf den Weg gab. Mittlerweile hat er sein langjähriges Hobby zum Beruf gemacht und darf bei seinen konzeptionellen und grafischen Arbeiten in der Werbeagentur CLUS stets aufs Neue feststellen, dass seine autodidaktische Ausbildung sehr effizient war und das ihm nachgesagte Gespür dafür kein Hirngespinst ist. So empfiehlt er seinen Arbeitgeber natürlich gerne weiter oder erledigt kleinere Arbeiten auch privat. Einfach melden.

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Aus den knapp dreizehn Billiarden Websites die er gerne liest, filtert Damian zum Wohle der Menschheit das in seinen Augen beste heraus und präsentiert es, garniert mit seiner Meinung dazu, auf diesem Blog hier.

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