
Gestern fiel ich von einem Extremen ins andere und musste wieder einmal feststellen, wie grossartig die Tauschbörse Exsila ist. Denn hätte ich ein gewisses Spiel, anstatt es dort für ein paar Punkte zu bestellen, für 100 Franken gekauft, hätte ich mich grauenhaft aufgeregt und vor Wut Gegenstände an Wände und Wände an Gegenstände geworfen. Und allenfalls sogar auf den Boden gestampft. So hässig war ich. Nunja. Eigentlich ja nicht. Aber ich war schon enttäuscht. Also ich hätte mich ja auch informieren können, aber es war nun mal eine Spontanbestellung. Und zwar habe ich ungefähr eine halbe Stunde Alpha Protocol auf der PS3 ausprobiert, das gleichentags per Post ankam. Und ich habe geweint.
So dermassen schlecht fand ich es. Es sieht in erster Linie mal einfach nur scheisse aus. Keine Ahnung was genau, ich kenne mich diesbezüglich ja nicht so genau aus. Aber es sieht scheisse aus. Es versucht Tiefenunschärfe darzustellen. Und diese wechselt dann auch, ganz wie im Film, je nach Fokuspunkt. Das sollte dann wohl irgendwie einen gewissen Realismus in die völlig albernen und absolut bescheuert gesprochenen Zwischensequenzen bringen. Tut es aber nicht. Sie zerstört alles. Also die Grafik sieht auch sonst aus wie etwa fünf Jahre ältere Spiele. Und dann noch dieses Tiefenunschärfezeugs. Überaus unansehnlich. Und das Gameplay ist etwa ähnlich dynamisch, ausgeklügelt, spannend und storytechnisch inszeniert wie ein Blätterteig und birgt keinerlei Motivation überhaupt den Raum zu verlassen, an dem Mann zu Beginn des Spieles, nach einer holprigen Eröffnungssequenz, aus einer Betäubung erwacht. Mann will von Anfang an einfach liegen bleiben. Ich habe mich dann aber doch aufgerafft und musste mit einem Feuerlöscher eine Scheibe einschlagen um die danach auftauchende Wache in einem exorbitant doof choreographierten ‘Kampf’ nieder zu strecken. Dann trottet man ein bisschen durch unglaublich schlecht texturierte Levels, liefert sich Betäubungspistolenschiessereien mit strunzdoofen Wachen, deren einzige Schwierigkeit die eingangs erwähnte Tiefenunschärfe ist, die einem das Gefühl vermittelt, man sei betrunken und einem so das Zielen nicht gerade erleichtert. Zudem ist das für Schiessereien nicht gerade unwichtige Fadenkreuz etwa so gross wie ein Berg und somit beinahe überflüssig. Wie gesagt. Nach einer halben Stunde habe ich das Spiel beiseite gelegt und das ebenfalls am gleichen Tag erhaltene und vor ein paar Monaten schon einmal durchgespielte Batman – Arkham Asylum in die Konsolenschwester gelegt. Und ich habe wieder geweint. Vor Freude. Das Spiel ist so grossartig. Es ist im Grunde genommen perfekt. Selbst ohne Batman wäre es immer noch herausragend. Aber mit Batman, perfekt. Alles stimmt; Cutscenes sind hervorragend inszeniert und selbst mit deutscher Sprachausgabe ausserordentlich cool und treiben die batmaneske Story voran ohne zu langweilen. Das Gameplay selbst haut regelmässig aus den Socken, wie ich finde. Prügeln, Hangeln, Klettern und Batarangs in Gesichter werfen. Grossartig. Dazu die extrem spannenden Schleicheinlagen und die Detektivarbeiten mit den verschiedenen Sichtmodi. Und wenn man von Wasserspeiern als riesiges Batmansymbol auf Gegnerköpfe gleitet, bekomme ich persönlich Gänsehaut. Super.
Und der Zeitpunkt für mein urplötzliches erneutes Batman-Spielen kommt eigentlich gar nicht mal so ungelegen. Denn bald (also in einem Jahr) kommt ja der Nachfolger: Batman – Arkham City. Und kürzlich sind dazu, nebst dem Trailer von damals, ein paar Screenshots erschienen. Sieht alles ganz ganz grossartig aus. Catwoman, Two Face, eine schärfere Harley Quinn. Und laut Gerüchten wird auch Mr. Freeze und Talia al Ghul eine Rolle spielen. Letztere ist ja bekanntlich der schärfste Mensch auf Erden und Mutter von Damian, dem aktuellen Robin. Sehr schön. Ich freue mich ganz ausserordentlich.
Und hier mal zum optischen Vergleich: Das ein Jahr ältere Batman – Arkham Asylum gegen das erst kürzlich erschienene Alpha Protocol.
Und ja, ich weiss, dass diese beiden Spiele sehr wenig miteinander zu tun haben und sich daher nicht zum Vergleich eignen. Und ich weiss auch, dass dieser Artikel subjektiv as fuck ist. Aber trotzdem. Das wollte ich loswerden.










































