TRANSFORMERS II (UPDATE)

Transformers: Revenge of the Fallen ist grossartig. Das würde ich gerne behaupten. Aber ich kann es nicht. Denn es wäre gelogen.
Positives
Die Special-und Pyroeffects sind noch ein Tick besser als im ersten Teil und werden, Gott sei Dank, nicht mehr durch nervige Wackelkameras verhunzt. Im Gegenteil: In grenzenloser Selbstverliebtheit lässt Michael Bay, der Regisseur, die Kameras ruhig um hektische Geschehnisse kreisen, lässt die Roboter, heroisch von unten betrachtet, zigmal perfekt getrickst transformieren, zeigt riesige Explosionen in gewaltigen Totalen, folgt in gestochen scharfen Bildern Projektilen bis zum Einschlag und lässt das getroffene in Einzelteile zerspringen. Im Prinzip also Bays Variante um vor dem Spiegel zu onanieren. Manche kleinpimmlige Wesen fahren dicke Autos. Michael Bay lässt die selbigen explodieren und transformieren.
Negatives
Nüchtern betrachtet ist der Film eine mittlere Katastrophe. Wäre da nicht oben erwähnter, optisch alles andere in den Schatten stellender Material-Porno, bliebe eigentlich nichts übrig, was den Film sehenswert macht. Viele werden jetzt sagen: “Hei…aber Megan Fox ist geil. Nur schon wegen der lohnt sich das.”
Nein. Tut es nicht.
Ich weiss, dass Megan Fox attraktiv ist. Das wissen alle. Und darum nervt es während des ganzen Filmes unglaublich, dass jede, ja JEDE Aktion seitens Megan sexisitsch angehaucht, ach was, sexistisch überstilisiert und totgelutscht ist. Die platt einkalkulierten erotischen Schauwerte sind auf Dauer extrem mühsam und nervtötend und verursachen zudem nervige Kommentare von spät pubertierenden Arschlöchern.
Ein weiterer Punkt, ein geläufiges Problem bei Michael Bay Filmen, ist die ekelhafte Verherrlichung der Armee. Man muss wahrlich kein linker Hippie sein um diesen schleimigen, ätzend-pathetischen Abgesang auf die amerikanische Armee zum Kotzen zu finden. Der Film gleicht an manchen Stellen äusserst beängstigend einem Rekrutierungsvideo mit banalem Inhalt wie: Die Armee ist super. Wir habe coole Fahrzeuge. Wir habe coole Waffen. Wir haben coole Schiffe. Wir haben coole Drohnen. Und wir haben kleine Schwänze. Aber schliesslich war die U.S. Army zu einem nicht unerheblichen Teil an der Finanzierung des Filmes beteiligt und stellte jegliche Infrastruktur und Technik zur Verfügung. Da würde ich auch Wert darauf legen, im Film gut weg zu kommen.
Der verschwenderische Umgang mit namenlosen Soldaten wiederum zeigt die Diskrepanz mit welcher die USA ihre Einstellung zum Militär hegt. Nämlich als ganzer Apparat verherrlicht und penibel gepflegt wohingegen Einzelschicksale sorgfältig ausgeblendet oder nur am Rande angedeutet werden.
Ebenfalls ein Kritikpunkt, nein, eigentlich DER Kritikpunkt schlechthin ist der Humor beziehungsweise dessen Ausbleiben. Denn was einem in diesem Film als witzig verkauft wird ist traurig. Wo der erste Teil von Transformers noch an gewissen Stellen gekonnt lustige Sprüche oder witzige Momente zeigte, disqualifiziert sich der zweite mit regelmässigem Ballermann-Humor in den absolut unpassendsten Momenten selbst. Dass diese Missgeburt von Komik der durchschnittliche HalliGalli-Besucher als witzig empfindet und so dem Umsatz Gutes tut ist unumstritten und so fast schon entschuldbar. Für einen halbwegs intelligenten Zuschauer ist es allerdings ein Affront und grenzt an Körperverletzung. So baut der Film an manchen Stellen (z.B. in Shanghai) durch extrem durchgestylte Settings und perfekt komponierte Musik einen beachtlichen Spannungsbogen auf um diesen dann durch niedrigsten Pseudohumor sogleich im Keim zu ersticken. Und das mit fast schon strafbarer Regelmässigkeit.
Ebenfalls kontinuierlich nervt das komplette Drehbuch mit Fäkalhumor. Dieser zeigt sich in Form von sich paarenden Hunden, furzenden und rülpsenden Robotern und bekifften Müttern. Absolut tragisch und nicht mal für einen drölften Teil von American Pie tragbar.
Mitunter verantwortlich für die oben erwähnten Spannungsbremsen sind ein paar Charaktere, welche man besser ersatzlos gestrichen hätte. Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären: Unnötige Sidekicks. In den oberen Rängen fungieren dabei ganz klar die missratenen Negrobots. Oder so. Ganz getreu dem hollywoodschen “Quotenneger” agieren in diesem Film gleich zwei unlustige Transformers an dessen Stelle. Gleich ihr erster Auftritt (als plärender Eiswagen in Shanghai!) zerstört die komplette Szenerie und trampelt noch darauf rum. Zudem ist ihr Charakterdesign ( Ghettoslang, Hasenzähne und abstehende Ohren) absolut peinlich.
Platz zwei beansprucht Arcee. Dieser stuhlhohe Fusssoldat der Decepticons könnte nerviger nicht sein. Seine ständigen Slapstickeinlagen wären nicht mal auf Nickelodeon legitim und seine perverse Vergötterung von Megan Fox, welche er unsinnigerweise Kriegsgöttin nennt, offenbart ihren peinlichen Zenit spätestens dann, wenn er ihr Bein wie ein geiler Hund rammelt. Womit ihm immerhin die Lacher und Sprüche seitens der weniger mit Hirn gesegneten Zuschauer im Saal sicher sind.
Platz drei geht an das Tacco-Gesicht. Shia LaBeoufs 2-Stunden-Bekanntschaft von seinem 3-Stunden-Aufenthalt im College. Völlig absolut total unnotwendigerweise dachten sich die Autoren des Drehbuches, der Film brauche einen weiteren sprücheklopfenden Vollidioten obwohl dieser, wie bereits schon im ersten Teil, durch John Torturro grossartig besetzt ist. Mehr möchte ich gar nicht auf diesen eingehen. Denn er ist einfach nur unwichtig. Also das Tacco-Gesicht. Nicht Torturro.
Weiter nervige Nebencharaktere, aber für den spärlichen Plot leider von Nöten, sind LaBoeufs Eltern, welche sich nicht eine Sekunde lang normal benehmen können. Auch der desertierte Decepticon aus dem Museeum ist schlicht und einfach lächerlich. Er geht am Stock (!), krault sich am Bart (!) und furzt Fallschirme (!). Ausserdem ist er uralt und hat sich seit vielen Jahren nicht mehr transformiert, wird aber von LaBoeuf in der Gestalt eines modernen Stealthbombers aufgefunden. Das nur so am Rande.
Uff. Es gäbe noch vieles worüber ich mich mokieren könnte und dennoch empfehle ich den Film weiter.
Denn er ist und bleibt nun mal ein gewaltiger Porno. Man erwartet nicht viel und weiss was kommt, aber es ist geil anzusehen.
Und jeder mag Pornos.
Update: Die Review auf cineman.de ist auch sehr interessant und fast deckungsgleich mit meiner. Witzig sind da die Fanboys die in den Kommentaren den Film verteidigen. Und die erwähnte Doppelmoral von Michael Bay finde ich auch sehr interessant. Sexistische Prüdheit sozusagen.

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chef vodr ch
Word!
Diesen Kommentar kann ich voll und ganz unterschrieben und füge noch mein Fazit hinzu, welches wohl kaum knapper aber meiner Ansicht nach auch nicht prägnanter sein könnte:
Schade.
Kevin
Oha. Aber okay, ich werde also voll auf meine Kosten kommen, was Bild-, Ton- und Effekt-Qualität betrifft. Yeah!
Der Handlanger
Ich bin kein spät pubertierendes Arschloch. Arschloch.
DMN
@Kevin: Definitiv. :-)
@Giemma: Ich hab genaustens Protokoll geführt wer wann und wo und wie intensiv gelacht hat. Und deine Stellen waren ok. Aber du bist dennoch ein pubertierendes Arschloch. Du laotische Ladyboy-Schwuchtel.
Übrigens: Gut Heim gekommen mit Brenn?
Tokyofist
http://www.atom.com/funny_videos/meth_toy_movies/
Der Handlanger
Das Copyright für die Verwendung der Äusserung “laotische Ladyboy-Schwuchtel” ist unlängst beantragt worden. (von mir.)
Geniesse deinen auf fremden Säulen gebauten Triumph über einen mickrigen Handlanger.
Und ja, Brenn ist total i.O.
….dachte ich zumindest bis zu der Stelle, an welcher er statt in “meine” Strasse in jenen kleinen Trampelpfad einbog, den alle nur mit “KleineBubenMitHornbrilleVergewaltiger-Weg” betiteln.
….Er bemerkte seinen Fehler jedoch sogleich. Und brachte mich nach Hause.
Mein auf diesen Erfahrungen beruhendes Fazit: Brenn ist voll i.O.
Haste den Spannungsbogen bemerkt? Der war toll, oder? Ich finde ihn, ganz objektiv betrachtet, fesselnder als denjenigen des oben von dir kritisierten Filmes.
DMN
Jo, der “KleineBubenMitHornbrilleVergewaltiger-Weg” ist ein schönes Fleckchen Erde wo gute Dinge geschehen.
Anti Diskriminierung
Das Wort “Schwuchtel” ist homophob und diskriminierend. Ich bin nicht humorlos, ansonsten auch nicht kleinlich…aber auch wenn das Wort im Spas verwendet wird, so ist es doch verletzend für solche, die wirklich schwul sind und es auch gerne sind.
Man sagt ja auch nicht im Spass Neg** oder ähnliche Schimpfwörter.
Daher bitte ich den Webmaster, solche Wörter zu löschen/ersetzen. Seid mir nicht böse für meine predigt, aber gewisse Ausdrücke sind sehr heikel.
DMN
@Anti Diskriminierung: Mir Homophopie zu unterstellen grenzt auch an Diskriminierung.
Anti Diskriminierung
Das tut mir leid, wenn es so rüberkam. Aber das Wort wird meistens von homophoben “Menschen” verwendet. Ich meinte damit keinesfalls, dass du es wärst-es könnte nur so ausgelegt werden.
Möchte wirklich niemanden beleidigen oder eine Spassbremse sein, wollte nur auf die heikle verwendung hinweisen. Bei Kids ists ja schon “in” solche Wörter zu gebrauchen, das finde ich nicht ok.
Der Handlanger
UPDATE: Mein littler Bruder hat mich soeben auf die neue Michael Bay-Produktion aufmerksam gemacht. Zwar schon seit längerem publiziert, hatte ich bis heute noch keinen Shoutout darüber gesehen. Nirgends. Vielleicht ist das bei dir, DMN, anders, aber nur pro forma und zur Absicherung mache ich dich nun trotzdem darauf aufmerksam, da du das Schaffen von Bay ja sehr schätzt. Auf den ersten Blick scheint er in seiner aktuellen Arbeit auch wieder auf seine gewohnten Stärken zu setzen, sich sogar ein klein wenig mehr darauf zu fokussieren. Ich wage jedoch zu behaupten, dass sich in den dichten Plot wohl auch eine überzeugende Romanze zu nisten vermag. Aber BILD dir doch deine Meinung, bittesehr:
http://www.youtube.com/watch?v=bKrQ0umHUGA